9. - 11.3.23 Schnee in Berlin (und anderswo), Bornholmer Straße, Nasses Dreieck, Graffitti Wet Side Gallery

 Donnerstag, 9.3.23

Als ich heute morgen in den Hof geschaut habe, sah ich, dass es in der Nacht geschneit hatte. Wir haben nämlich einen kleinen Pavillon, in dem Fahrräder stehen, und auf dem Dach bleibt der Schnee liegen, im Gegensatz zum Betonboden, wo er meistens gleich wieder weg taut.

Berlin ist voll von solchen Schneeanzeigern.


Aber dass der Schnee einfach so auf'm Boden liegt und dort auch bleibt, hab ich hier schon länger nicht mehr erlebt. Ist das nu Klimawandel oder Großstadt?
Anderswo jedenfalls bleibt Schnee auch mal liegen. Hier ein aktueller Blick zum Schwager, der lebt irgendwo im Grenzland - zwischen hessischem Kellerwald und Burgwald.

Allerdings, versichert mir mein großer Sohn, nachts, in der Rummelsburger Bucht, da fühlt sich das richtig winterlich an und sieht auch so aus. Wie man sich in Berlin halt Winter vorstellt.

Ich sitz das aus, bleib zu Hause und warte ab.

Samstag, 11.3.23 

Hoffnung keimt auf

Sonntag, 12.3.23

Ein Blick auf die Schneeanzeige im Hof macht klar: es kann wieder losgehen!


Paula und ich steigen in die S8 Richtung Pankow und an der Bornholmer Straße wieder aus. Es ist zwar ein sehr geschichtsträchtiger Ort (Gedenktafel s.u.), aber erst mal wirkt alles ziemlich spacig. Der Hauch der Geschichte kommt hier ziemlich verquirlt ums Eck. Und die Brücke heißt auch noch "Bösebrücke", aber das ist natürlich gut gemeint (Wikipedia: 1916 als Hindenburgbrücke eröffnet und erhielt 1948 ihren heutigen Namen nach dem kommunistischen Widerstandskämpfer Wilhelm Böse)




 
Hier die versprochene Gedenktafel, mit den berlintypischen Randnotizen.

Ein Blick übers Brückengeländer Richtung Süden zeigt Kirschbäume in voller Blüte. Ist etwa doch der Frühling ausgebrochen? Das täuscht: die tun das schon den ganzen Winter. Keine Ahnung, was das für eine Sorte ist.

Der eigentliche Kirschblütenweg beginnt unmittelbar nördlich der Brücke, und weil da überhaupt nichts blüht, zeig ich hier nur den unvermeidlichen Gedenkstein (enthält Sponsorenplazierung) und noch'n Schild, und dann weiß man, dass das hier Teil des Mauerwegs ist. Sehr beliebt bei Radfahrern.




Und vor allem bei Sprayern. Wenn man jetzt am Bahndamm entlang weitergeht, liegt links der Gleise das "Nasse Dreieck", ein Drei-Bezirke-Eck, begrenzt von den ehemaligen Ost-Bezirken Prenzlauer Berg und Pankow und dem ehemaligen Westbezirk Wedding. An den Wänden hier entlang des Bahndamms ist Sprayen erlaubt und das sieht man. Allerdings beschränken sich die Aktivitäten nicht auf die frei gegebenen Flächen und deshalb kann man auf der Karte die Lage des Nassen Dreiecks auch nicht mehr wirklich gut erkennen, ich zeig sie trotzdem mal. So sehn illegale Graffitti aus. Krikelkrakel halt (meistens)

Nun aber zu den legalen Flächen. Man sieht, dass die Künstler hier mal in Ruhe arbeiten können. Teilweise wirklich große Kunst, räumlich zumindest.

Die "Wet-Side-Gallery"





Den Künstler des folgenden Werkes hab ich vor Ort in action angetroffen und nach der Botschaft seines Bildes gefragt. Muss jeder selbst rausfinden, hat er gemeint.

Hm, irgendwas sagt mir das Bild, nur was. Auf jeden Fall gefällt's mir. Man hat hier den Eindruck, dass sich das bei den aktuellen Graffittis übliche Bemühen, möglichst unverständliche Buchstabenfolgen irgendwie räumlich raffiniert darzustellen, allmählich wieder in abstrakte dynamische Kunst zurückverwandelt.

Obwohl, irgendwie hängt mein Herz doch noch mehr an den konkret figürlichen Darstellungen, z.B. dem Pinguin am Rande oder Loriot beim Schläfchen unter Buchstaben.










Kommentare

  1. mechthild fiedler20/3/23 19:57

    tolle Bilder in den Bildern!!
    Im Auge des Stadt- Tigers ;=))

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